Krise in der Ukraine
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
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Krise in der Ukraine

  • FM #Steinmeier : Calling on all parties in #Ukraine to stop political escalation: National unity must be guiding principle now
  • 2/23/2014 3:28:20 AM   Klaus Bardenhagen
    Ashton: "EU weiter bereit zu helfen"

    Die EU begrüßt die Freilassung von Julia Timoschenko. Das sei ein wichtiger Schritt, um das Problem der „selektiven Justiz“ anzugehen, teilte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am späten Samstagabend in Brüssel mit. Die EU sah Timoschenko als Opfer einer solchen politisch motivierten Justiz an. Die EU verfolge die sich rasch verändernde politische Lage, so Ashton.

    Nötig in der Ukraine sei nun verantwortungsvolles Handeln, um die Einheit, die Unabhängigkeit und die territoriale Integrität zu wahren. „Wir brauchen eine dauerhafte Lösung der politischen Krise.“

    Dazu gehöre eine Verfassungsreform, eine neue Regierung und das Schaffen von Voraussetzungen für demokratische Wahlen. Die EU sei weiter bereit, dem Land bei der Deeskalierung oder bei Reformen zu helfen.
  • 2/23/2014 3:41:06 AM   Klaus Bardenhagen
    Bundesregierung fordert Kredite für Ukraine

    Der Osteuropa-Koordinator der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), fordert von der EU rasche internationale Finanzhilfen für die Ukraine. „Um die Staatspleite der Ukraine zu verhindern, ist die EU am Zug“, sagte Erler der „Welt am Sonntag“. Brüssel müsse sich mit Russland über ein gemeinsames Vorgehen verständigen und auch den Internationalen Währungsfonds (IWF)
    einschalten.

    Die Ukraine ist nahezu bankrott. Russland hat die weitere Auszahlung eines überlebenswichtigen Kredits über 15 Milliarden US-Dollar gestoppt, bis eine neue Regierung feststeht.
  • 2/23/2014 5:25:02 AM   Klaus Bardenhagen
    Russland dreht den Geldhahn zu

    Russland setzt die für die Ukraine geplanten Hilfen vorerst aus. Zunächst müsse es eine neue Regierung geben, sagte Finanzminister Anton Siluanow am Sonntag bei dem G20-Treffen in Sydney. Eigentlich wollte Russland für zwei Milliarden Dollar ukrainische Anleihen kaufen. Es wäre die zweite Tranche eines insgesamt 15 Milliarden Dollar umfassenden Hilfspakets gewesen.

    "Letzte Woche haben wir darüber gesprochen. Aber seitdem hat sich die politische Lage dramatisch geändert. Jetzt müssen wir warten bis es eine neue Regierung gibt, bevor wir darüber eine Entscheidung fällen können", sagte Siluanow vor einer kleinen Gruppe von Journalisten.
  • 2/23/2014 7:19:29 AM   Stefan Tomik
    EU zu Finanzhilfen bereit

    Angesichts der jüngsten Ereignisse in der Ukraine stellt die
    Europäische Union dem Land Finanzhilfen in Aussicht.
    Die EU stehe für eine substanzielle finanzielle Unterstützung bereit, sobald es eine politische Lösung des Konflikts und eine neue Regierung gebe, sagt Wirtschaftskommissar Olli Rehn am Rande des G-20-Finanzministertreffens in Sydney. Die neue Regierung müsse aber institutionelle und wirtschaftliche Reformen ernsthaft angehen. Zudem müsse die EU der Ukraine eine klare europäische Perspektive bieten. "Wir müssen den Herausforderungen dieses historischen Moments gerecht werden", so Rehn.
  • 2/23/2014 8:14:34 AM   Stefan Tomik
    IWF will Ukraine helfen

    Der Internationale Währungsfonds steht bereit, der Ukraine zu helfen. Das berichtet F.A.Z.-Korrespondent Christoph Hein vom G-20-Treffen in Sydney. „Das Land ist ein vollwertiges Mitglied im IWF“, sagt Christine Lagarde, die Geschäftsführende Direktorin des Fonds auf dem Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure der führenden Volkswirtschaften. „Wenn die Verantwortlichen dort um Unterstützung bitten, können wir sowohl Rat bieten, wie auch finanzielle Unterstützung zusammen mit einer Diskussion von Reformen.“ Allerdings sei die Lage auch für den IWF unübersichtlich: „Wir brauchen jemanden, mit dem wir reden können, bevor wir loslegen.

    Der britische Schatzkanzler
    George Osborne hatte die G-20-Staaten in Sydney dazu aufgefordert, eine „sehr starke Botschaft“ an die Ukraine zu senden, indem ihr finanzielle Hilfe angeboten werde: „Sobald eine akzeptierte und legitimierte politische Autorität ausgemacht ist, sollen wir dort mit dem Scheckbuch bereitstehen, um den Menschen in der Ukraine zu helfen, ihr Land wieder aufzubauen.“
  • 2/23/2014 9:18:30 AM   Stefan Tomik
    Parlament will Regierungschef wählen – Timoschenko Kandidatin

    Das ukrainische Parlament will noch am Sonntag einen neuen Ministerpräsidenten
    wählen – oder eine Ministerpräsidentin. Auch Julija Timoschenko, die das Amt bereits zweimal innehatte, ist eine Kandidatin. Die 53 Jahre alte Oppositionspolitikerin war erst gestern nach rund zweieinhalb Jahren Haft freigelassen worden. Auch ihr Parteigenosse Arseni Jazenjuk steht zur Wahl. Dritter prominenter Kandidat ist der Unternehmer Pjotr Poroschenko.

  • 2/23/2014 9:28:51 AM   Stefan Tomik

    Solidaritätsdemo in Russland: In Sankt Petersburg zünden Sympathisanten der Revolution in Kiew Autoreifen an und schwenken die ukrainische Nationalflagge. Russlands Präsident Putin muss fürchten, dass eine sich modernisierende und nach Westen ausgerichtete Ukraine auch viele Russen anziehen würde. (Foto: AFP)

  • 2/23/2014 10:54:56 AM   Stefan Tomik
    Turtschinow wird neuer Interimspräsident

    Der ukrainische Parlamentspräsident  Alexander Turtschinow wird zum Übergangspräsidenten des Landes gewählt. Der Vertraute der früheren Ministerpräsidentin Julija Timoschenko war erst am Samstag an die Spitze des Parlaments gewählt worden.
  • 2/23/2014 12:01:04 PM   Stefan Tomik
    Großbritannien mahnt Moskau zu Zurückhaltung

    Der britische Außenminister William Hague ruft Russland zur Zurückhaltung in der Ukraine auf. Die Frage, ob Russland möglicherweise militärisch in der Ukraine eingreifen könnte, beantwortet Hague am Sonntag dem Sender BBC so: „Wir wissen nicht, wie Russland als nächstes reagieren wird. (...) Aber wir sind der Ansicht, dass es nicht im Interesse der Menschen in Russland wäre.“ Derzeit gebe es in der Ukraine große Chancen, doch die Gefahren seien weiterhin enorm. „Die politische Situation, auch innerhalb der Opposition, ist sehr kompliziert.
  • 2/23/2014 12:27:30 PM   Stefan Tomik
    Neue Regierung soll bis Dienstag stehen

    Die neue Führung will bis Dienstag eine Übergangsregierung
    bilden. Der neugewählte Übergangspräsident Alexander Turtschinow fordert die Abgeordneten auf, sich rasch auf eine Koalition sowie ein "Kabinett des nationalen Vertrauens" zu einigen. Seit diesem Wochenende sind haben die Gegner des abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch die Macht übernommen.
  • 2/23/2014 12:29:27 PM   Stefan Tomik
    Tchibo stoppt Kampagne mit den Klitschkos

    Die Hamburger Einzelhandelskette Tchibo stoppt kurz vor dem
    Start eine
    Werbekampagne, in der die Brüder Vitali und Wladimir Klitschko eine zentrale Rolle spielen sollten. Grund sind die Ausschreitungen in der Ukraine.
  • 2/23/2014 2:19:52 PM   Oliver Georgi
    Timoschenko will nicht Ministerpräsidentin werden

    Oppositionsführerin Julija Timoschenko will nach eigenen Angaben nicht Ministerpräsidentin des Landes werden.
    Sie bitte ihre Parteifreunde, sie nicht als Kandidatin für das Amt der Regierungschefin in Betracht zu ziehen, schreibt Timoschenko in einer am Sonntag von ihrer Vaterlandspartei  veröffentlichten Erklärung. Es habe sie „überrascht“, dass zuvor über sie als mögliche Kandidatin berichtet worden sei. Dafür strebt Timoschenko aber ins höchste Staatsamt, das des Präsidenten. Kurz nach ihrer Freilassung am Samstag hatte sie angekündigt, bei den Präsidentenwahlen anzutreten.

  • 2/23/2014 2:56:45 PM   Oliver Georgi

    Der Tag danach: Eine junge Ukrainerin macht sich in Kiew ein Bild der Lage. (Foto: dpa)

  • 2/23/2014 2:58:29 PM   Stefan Tomik
    Heute noch keine Ministerpräsidentenwahl

    Das Parlament wählt frühestens an diesem
    Montag einen neuen Regierungschef. Die Oberste Rada vertagt sich, ohne über die wichtige Personalie zu entscheiden.
  • 2/23/2014 7:21:41 PM   Oliver Georgi
    Ukrainischer Übergangspräsident verspricht Westkurs

    Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow kündigt einen Westkurs der Ex-Sowjetrepublik an und betont zugleich die Wichtigkeit der Beziehungen zum Nachbarn Russland.
    „Vorrang hat für uns, zum Kurs der Annäherung an Europa zurückzukehren“, sagte Turtschinow am Sonntag in einer Ansprache an die Nation. „Wir müssen in den Kreis der europäischen Länder zurückkehren.

  • 2/24/2014 9:05:22 AM   Stefan Tomik
    Die Ukraine im Umbruch - die wichtigsten Ereignisse in Kürze:
    • Die ukrainische Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko hat eine Kandidatur als Ministerpräsidentin abgelehnt. Sie strebt statt dessen wohl ins Präsidentenamt.
    • Das Parlament hat Alexander Turtschinow zum Übergangspräsidenten ernannt. Anfang der kommenden Woche soll eine neue Regierung gebildet werden.
    • Um Präsident Janukowitsch ist es ruhig geworden. Hohe Vertreter des alten Regimes sollen sich nach Russland abgesetzt haben.

  • 2/24/2014 9:14:42 AM   Cai Philippsen
    Nach dem politischen Umsturz in der Ukraine braucht das Land nach Angaben der Übergangsregierung finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 35 Milliarden Dollar (25,5 Milliarden Euro). Dies sei der Bedarf für das laufende und das kommende Jahr, erklärte Finanzminister Juri Kolobow am Montag. Er rief den Westen auf, in den kommenden zwei Wochen eine Geberkonferenz zu organisieren, um einen Hilfsplan auszuarbeiten.
  • 2/24/2014 9:15:44 AM   Cai Philippsen
    Janukowitsch hat am Sonntagabend ein Anwesen in Balaklawa auf der Krim verlassen, teilt das Innenministerium mit. Er sei im Auto mit unbekanntem Ziel abgereist.
  • 2/24/2014 9:31:10 AM   Julian Staib
    Rachegelüste dürfen nach Ansicht von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nicht die Politik der neuen Machthaber in der Ukraine bestimmen. Die künftigen politischen Führer müssten vielmehr die Eskalation der Gewalt stoppen, sagte der Minister der spanischen Zeitung „El País" (Montagsausgabe). „Sie müssen den Dialog suchen und ein Gleichgewicht zwischen den politischen Parteien und den Regionen anstreben." Das unter Vermittlung von Deutschland, Frankreich und Polen ausgehandelte Übereinkommen biete dazu einen vernünftigen Weg, der von beiden politischen Lagern in der Ukraine akzeptiert worden sei.
  • 2/24/2014 9:40:58 AM   Julian Staib
    Der Blick auf den Majdan vor und während der Proteste - per Bildbearbeitung zusammengeschnitten.
  • 2/24/2014 10:16:17 AM   Julian Staib
    Jazenjuk: Staatskasse geplündert, Ukraine so gut wie bankrott

    Arsenij Jazenjuk, einer der drei Anführer der Proteste gegen Janukowitsch, hat die finanzielle Situation der Ukraine wie folgt beschrieben: „Die Staatskasse ist geplündert, das Land ist so gut wie bankrott“. Wie berichtet versucht Kiew mittels einer internationalen Geberkonferenz Milliardenhilfen zu erhalten.
  • 2/24/2014 10:53:27 AM   Cai Philippsen
    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die neue politische Führung in der Ukraine zur Zurückhaltung aufgefordert. "Alle müssen nach unserer Überzeugung ein Interesse daran haben, dass die Ukraine zurückfindet in einen rechtstaatlichen und transparenten Prozess, damit die Krise demokratisch gelöst werden kann", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Jetzt ist die Chance dafür gegeben, die Akteure müssen ihrer Verantwortung gerecht werden."
  • 2/24/2014 10:59:14 AM   Julian Staib
    Bilder aus dem Haus des früheren ukrainischen Staatsanwaltes

    Die Zeitung
    "Ukrainska Prawda" hat Bilder veröffentlicht, die den zweifelhaften Geschmack  eines weiteren früheren ukrainischen Führungsmitglieds belegen. Zu sehen ist das Haus des abgesetzten Generalstaatsanwalts Viktor Pschonka, der maßgeblich den Prozess gegen Julija Timoschenko vorangetrieben hatte: Ein Domizil mit gepflegtem Gärtchen, im Haus wiederum viel Gold. Zudem schien Pschonka eine ganze Sammlung von Selbstportraits zu besitzen: Man sieht ihn in Denkerpose, in Uniform, ja sogar im Cesaren-Kostüm. Jüngst war der Prunk bekannt geworden, mit dem sich Präsident Virkor Janukowitsch in seiner Residenz umgeben hatte.
  • 2/24/2014 11:28:39 AM   Julian Staib
    Parlament hebt Gesetz zu Russisch als Amtssprache auf

    Das ukrainische Parlament hat
    am Sonntag mit 232 gegen 37 Stimmen ein  Gesetz von 2012 aufgehoben, dass in Regionen mit einer großen nationalen Minderheit gestattete, mit  den Behörden offiziell in deren Sprache zu kommunizieren. In zahlreichen Regionen im Osten  und Süden des Landes durften Bürger neben Ukrainisch auch Russisch verwenden
    . Voraussetzung war, dass mindestens zehn Prozent der Bewohner dieser nationalen Minderheit angehören. Das Gesetz  war ein Wahlversprechen Viktor Janukowitschs gewesen. 2013 hatten 29 Prozent der Ukrainer in  einer Umfrage Russisch als Muttersprache angegeben.
  • 2/24/2014 12:08:05 PM   Julian Staib


    Auf Twitter werden Bilder von Lenin-Statuen veröffentlicht, die jüngst in unterschiedlichen ukrainischen Städten gestürzt wurden. Hier eine Meldung des polnischen Außenministers Radoslaw Sikorski mit einer Karte, darauf sind angeblich jene Orte abgebildet, in denen die Statuen entfernt wurden. Allerdings bleibt unklar, in welchem Zeitraum das erfolgt sein soll.
  • 2/24/2014 12:30:51 PM   Julian Staib
    Die Ukraine hofft, dass Russland nach der Absetzung Präsident Janukowitschs die Gaspreise nicht erhöht. "Wir hoffen, dass sie stabil bleiben", sagt der amtierende Energieminister Eduard Stawitski. Russland hat im Dezember im Rahmen von Finanzhilfen die Gaspreise um rund ein Drittel gesenkt. Gegenüber der Ukraine hat Moskau mehrmals die Gaspreise als politisches Druckmittel eingesetzt.
  • 2/24/2014 12:46:58 PM   Julian Staib


    Hier ein Selbstportrait des früheren Generalstaatsanwalts aus seinem Eigenheim: Viktor Pschonka in Cesaren-Pose
  • 2/24/2014 1:02:23 PM   Julian Staib
    Momentan werden jene Dokumente, die in Janukowitschs Privatresidenz gefunden wurden, gesichtet - berichtet die "Kiev Post". Einige der Unterlagen wurden im Wasser des Anwesens gefunden, auf manchen sind Spuren von Feuer zu sehen. Offensichtlich war während des Umsturzes überhastet  versucht worden, sie zu vernichten. Der Zeitung zufolge zeugen die Dokumente von korrupten Praktiken und geben Einsicht in die Besitzstrukturen der früheren sowjetischen Residenz für Staatsgäste, die 2007 privatisiert und im Anschluss angeblich mittels Tochterunternehmen des Konzerns "Tantalit" an Janukowitsch überschrieben wurde.
  • 2/24/2014 1:30:15 PM   Julian Staib
    Russland: Keine gesetzmäßige Regierung in der Ukraine

    Russland hat die Gesetzmäßigkeit der neuen ukrainischen Führung angezweifelt.
    „Falls sich Leute, die in schwarzen Masken und mit Kalaschnikow-Sturmgewehren durch Kiew schlendern, als Regierung bezeichnen, so wird die Arbeit mit einem solchen Kabinett sehr schwierig sein“, sagte Regierungschef Dmitrij Medwedjew am Montag in Sotschi. „Es gibt niemanden, mit dem wir dort  sprechen können.Russland hatte wiederholt einen „Staatsstreich“ in der Ukraine kritisiert und vor einer Machtübernahme von Extremisten und Rechtsradikalen in Kiew gewarnt.

    Zugleich sagte Medwedjew, alle juristisch
    bindenden Vereinbarungen mit der Ukraine blieben bestehen.
    Das gelte auch für das Abkommen über  Gaslieferungen, für das es festgelegte Fristen gebe. „Was aber danach passiert, ist eine Frage zur Beratung mit der Führung ukrainischer Unternehmen wie auch mit der ukrainischen Regierung, falls es sie irgendwann gibt“, sagte Medwedjew.
  • 2/24/2014 1:48:53 PM   Julian Staib
    Janukowitsch angeblich im Kloster

    Der mit Haftbefehl gesuchte Viktor Janukowitsch hält sich angeblich in einem Kloster des  orthodoxen Moskauer Patriarchats in der Ukraine auf.
    Das meldete der russische Auslandsrundfunk am Montag  unter Berufung auf den ukrainischen Abgeordneten Alexander Briginez. Eine Bestätigung liege nicht vor.

    Ukrainische Medien spekulieren, dass der frühere Präsident auf die Halbinsel Krim im Südosten des Landes geflohen sei.
    Dort ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert.
  • 2/24/2014 2:20:48 PM   Julian Staib

    Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ist zu Gesprächen nach Kiew gereist. Nach ihrer Ankunft legte Sie Blumen für die Opfer der Proteste nieder.
  • 2/24/2014 3:18:17 PM   Tillmann Neuscheler
    Russland greift den Westen immer schärfer an: Die Staaten würden ausschließlich aus eigenem geopolitischen Kalkül in der Ukraine aktiv, das Schicksal des Landes sei ihnen nachrangig, erklärte das Außenministerium in Moskau. Es forderte, dass die Verfassungsreformen in einem Referendum zur Abstimmung gestellt werden müssten.
  • 2/24/2014 3:21:55 PM   Julian Staib
    Ban schickt UN-Sondergesandten in die Ukraine
    Nach dem Machtwechsel in der Ukraine hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon seinen Sondergesandten Robert Serry nach Kiew geschickt. Serry habe sich dort bereits mit dem  Übergangspräsidenten Alexander Turtschinow getroffen, teilten die Vereinten Nationen am  Montag in New York mit.

    UN-Chef Ban rief alle Beteiligten in der Ukraine dazu auf, ihre Differenzen friedlich und durch  Dialog zu lösen und gemeinsam an einer langfristigen Kompromisslösung für das Land zu arbeiten. Niemand dürfe aus dem nun anstehenden politischen Übergangsprozess  ausgeschlossen werden.

  • 2/24/2014 3:38:11 PM   Julian Staib

    Journalisten versuchen in das Büro des Bürgermeisters von Charkiw, Michailo Dobkin, zu gelangen. Der soll sich der Agentur Interfax zufolge zusammen mit dem Bürgermeister Charkiws nach Russland abgesetzt haben.
  • 2/24/2014 3:41:55 PM   Tillmann Neuscheler
    Der ukrainische Zentralbankchef Ihor Sorkin tritt zurück. Das Parlament überträgt den Posten an Stepan Kubiw
  • 2/24/2014 3:45:55 PM   Julian Staib
    Russland wirft Kiew "diktatorische Methoden" vor

    Die russische Regierung hat der neuen Führung in der Ukraine „diktatorische Methoden“  vorgeworfen. „Man orientiert sich hin zu einer Repression derer, die in verschiedenen  Regionen der Ukraine nicht mit den diktatorischen und teils terroristischen Methoden  einverstanden sind“, erklärte das Außenministerium in Moskau am Montag. Indem sich die neue Führung in Kiew auf „revolutionäre Interessen“ berufe, würden „Gesetze“ beschlossen, welche die „Menschenrechte der Russen“ verletzten, erklärte das Außenministerium.

    Mit dem Vorwurf antirussischer Maßnahmen spielte das Ministerium auf eine Entscheidung der neuen Führung in Kiew an, derzufolge ein Gesetz der abgesetzten Regierung außer Kraft gesetzt  wurde, wonach Russisch in bestimmten Regionen als zweite Amtssprache gilt. 

  • 2/24/2014 4:02:45 PM   Julian Staib
    OSZE: Situation in Ukraine bleibt fragil

    Die Hohe Kommissarin für Nationale Minderheiten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Astrid Thors, hat die unterschiedlichen Akteure in der Ukraine zur Zurückhaltung
    aufgerufen. Thors rief die Beteiligten dazu auf, die territoriale Integrität der Ukraine zu wahren und Zusammenstöße zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu verhindern. Sie zeigte sich insbesondere besorgt über die jüngste Absetzung des Gesetzes zur Einbeziehung der Sprachen von Minderheiten. Dies könne zu weiteren Unruhen führen, sagte Thors. In dieser entscheidenden historischen Phase brauche die Ukraine politische Anführer und Gesetze die vereinten, anstatt zu teilen.
  • 2/24/2014 4:25:06 PM   Julian Staib
    Auch ArcelorMittal fällt seine Leninstatue

    Der Stahlkonzern ArcelorMittal hat erklärt, eine Leninstatue außerhalb einer seiner Fabriken in der Ukraine zerlegt zu haben, um das Fabrikgebäude und die Angestellten zu schützen. Das Unternehmen, das in der Ukraine Stahlwerke und Eisenerzminen betreibt, hat eine Reihe ausländischer Mitarbeiter und ihre Familien bereits aus dem Land abgezogen. 

  • 2/24/2014 4:40:51 PM   Julian Staib
    Schulz: Wirtschaftlicher Kollaps muss vermieden werden

    Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), hat die Europäische Union und die internationale Gemeinschaft aufgefordert, der Ukraine zu Hilfe zu kommen. Sie müssten den „drohenden wirtschaftlichen Kollaps“ des Landes abwenden, sagte Schulz am Montag vor dem  Europaparlament in Straßburg. Den Ukrainern müsse nach den „dramatischen Ereignissen“ vom Wochenende „eine friedliche Zukunft in stabiler Demokratie“ gesichert werden. 

    Im Namen des Europaparlaments würdigte Schulz den Einsatz der Demonstranten, der letztlich zur Absetzung des Präsidenten Viktor Janukowitsch geführt habe. „Wir bewundern den Mut, die  Würde und das Durchhaltevermögen der Ukrainer“. Die Übergangsregierung müsse nun rasch den Weg für freie Wahlen im Mai ebnen.

    Das Europaparlament gedachte mit einer Schweigeminute der mehreren Dutzend Menschen, die in der vergangenen Woche bei Straßenschlachten zwischen Sicherheitskräften und  Regierungsgegnern im Zentrum Kiews und in anderen Städten getötet wurden.

  • 2/24/2014 4:59:38 PM   Julian Staib
    OSZE schlägt Kontaktgruppe für Ukraine vor

    Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat die Schaffung einer  Kontaktgruppe für die Ukraine vorgeschlagen, um das Land in der politischen Übergangsphase zu unterstützen und die internationale Hilfe zu koordinieren. Daran beteiligen sollten sich „die  wichtigsten internationalen Akteure“ in dem Konflikt, sagte der derzeitige OSZE-Vorsitzende, der Schweizer Präsident Didier Burkhalter. 

    Zu seinem persönlichen Sondergesandten für die Ukraine ernannte Burkhalter den Schweizer  Botschafter in Berlin, Tim Guldimann. Burkhalter rief die neue ukrainische Führung auf,  Menschenrechtsverbrechen während des monatelangen Konflikts von einer Beobachtermission untersuchen zu lassen.

  • 2/24/2014 5:06:37 PM   Cai Philippsen

    Trauer auf dem Majdan (AFP)

  • 2/24/2014 5:36:02 PM   Tillmann Neuscheler
    Kirchensprecher: Janukowitsch nicht im Kloster
    Die orthodoxe Kirche in der Ukraine hat dementiert, dass sich der mit Haftbefehl gesuchte frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch in einem Kloster bei Donezk aufhält. Der örtliche Metropolit Hilarion sagte am Montagnachmittag der ukrainischen Nachrichtenagentur UNIAN: „Das ist vollkommener Unsinn.“ Der Abgeordnete Alexander Briginez hatte behauptet, Janukowitsch sei in einen Bunker des Nikolausklosters in Wolnowacha nahe der Grenze zu Russland geflohen.
  • 2/24/2014 6:08:31 PM   Tillmann Neuscheler
    Ukrainisch-orthodoxe Kirche setzt Oberhaupt ab
    Nach dem politischen Machtwechsel in Kiew gibt es auch an der Spitze der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats einen Wechsel. Das Leitungsgremium der Kirche entband am Montag das Oberhaupt der moskautreuen orthodoxen Christen in der Ukraine, Metropolit Wolodymyr, in dessen Abwesenheit von seinen Aufgaben. Das Gremium begründete dies damit, dass der seit fast 22 Jahren amtierende Vorsteher der weitgehend autonomen Kirche wegen einer Krankheit seine Aufgaben nicht mehr erfüllen könne. Zum Kirchenverweser berief der Synod den Metropoliten von Czernowitz und der Bukowina, Onufri (69).
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