Forschungssatellit Goce

Forschungssatellit Goce

  • 10/31/2013 10:00:26 AM   Manfred Lindinger
    Herzlich willkommen, zu unserer 2. Expertenkonferenz
    Heute geht es um das Thema Erdbeobachtung. Anlass ist das Ende des Forschungssatelliten Goce, der in wenigen Tagen in die Erdatmosphäre eintritt und verglühen wird. Zugeschaltet aus Frascati ist unser Experte für Erdbeobachtungsmissionen, Professor Volker Liebig von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Und beantwortet gerne Ihre Fragen.
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:00:51 AM   Prof. Volker Liebig
    Herzlich Willkommen liebe FAZ Leser aus Frascati bei Rom
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:01:45 AM   Manfred Lindinger
    Herr Liebig, willkommen. Können Sie unseren Lesern kurz erklären, warum Goce so ein wichtiger Forschungssatellit war und wann er in die Erdatmosphäre eintritt?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:02:57 AM   Prof. Volker Liebig
    GOCE misst die Schwerkraft der Erde genauer als jemals zuvor. Das Schwerefeld der Erde ist nicht überall gleich und die Unterschiede im Schwerefeld tragen viele Informationen über das Erdinnere, Meeresströmungen, wie den Golfstrom und für die Höhenmessung.
    Wir rechnen mit dem Wiedereintritt im Laufe der nächsten Woche.
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:04:05 AM   Manfred Lindinger
    Können Sie ein genaues Datum nennen?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:05:03 AM   Prof. Volker Liebig
    Im Augenblick sagen die Modelle den 6. November voraus aber es gibt noch eine Unsicherheit von 3-4 Tagen
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:07:03 AM   Manfred Lindinger
    Eigentlich hatte ich auf die ersten Leserfragen gehofft - nur Mut. Warum kann man den Zeitpunkt nicht besser einschränken? Weiss man, wo sich Goce gerade befindet?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:09:15 AM   Prof. Volker Liebig
    Wir wissen ständig, wo sich GOCE befindet, da er noch Daten sendet. Heute morgen flog er in ca. 205 km Höhe. Auf unserer Homepage www.esa.int/eo gibt es einen link zu einem tracking tool, das permanent die aktuelle Position anzeigt.
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:11:01 AM   Manfred Lindinger
    In welcher Höhe wird Goce vermutlich verglühen?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:13:24 AM   Ist es möglich, dass Teile...
    Ist es möglich, dass Teile nicht verglühen und bis zur Erdoberfläche kommen?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:13:50 AM   Manfred Lindinger
    Da ist unser erster Teilnehmer, herzlich Willkommen!
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:14:34 AM   Joachim Müller-Jung
    Zusatzfrage: Geben Sie uns etwas tiefer Einblick in Ihre Prognosetools, Prof. Liebig: Mit welcher Wahrscheinlichkeit werden Trümmerteile über auf Land treffen? Oder umgekehrt: Wie sicher ist es, dass die Teile irgendwo im Meer verschwinden?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:14:41 AM   Prof. Volker Liebig
    GOCE ist bereits im Bereich, wo Atmosphärenmoleküle auftreten. Deswegen wird er ja nun abgebremst. Ab ca. 150 km Höhe tritt der Satellite wirklich schnell in die Atmosphäre ein und beginnt sich zu erwärmen. Je nach Material verglühen Teile beim Eintritt bis hinunter zur Erdoberfläche.
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:16:11 AM   Prof. Volker Liebig
    Ja. Bei praktisch jedem Satelliten kommen Teile am Boden an. GOCE ist relativ klein, trotzdem werden einige Teile die Oberfläche erreichen.
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:17:35 AM   Manfred Lindinger
    Kann man abschätzen, wie groß die Trümmer sind und wie viele es sein werden?
    Kommentar schreiben ()
  • #GOCE comes down, but slowly: the avg orbital altitude has now dropped below 210 km. You can track it here: n2yo.com/satellite/?s=3…
  • 10/31/2013 10:19:03 AM   Ist es möglich, dass Teile...
    Wie präzise kann man die Absturzstelle planen, bzw. über Land vermeiden?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:19:22 AM   Prof. Volker Liebig
    Zur Wahrscheinlichkeit: Zunächst einmal sind ca. 70% der Erdoberfläche Wasser, d.h. mit 70% fallen die Trümmer ins Meer. Die Wahrscheinlichkeit , dass ein Mensch getroffen wird ist sehr gering und es passierte bisher nicht, obwohl laufend Trümmer aus dem Weltraum zurück kommen.
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:20:45 AM   Prof. Volker Liebig
    Wir rechnen damit, dass etwa 20 - 40 Teile herunterkommen aber es ist schwierig das genau vorherzusagen
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:21:44 AM   Manfred Lindinger
    Die russische Raumsonde Phobos-Grunt ist 2012 auch in den Pazifik abgestürzt. Hat man Möglichkeiten vor dem verglühen, noch etwas an der Flugbahn zu korrigieren?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:21:46 AM   Prof. Volker Liebig
    Die Absturzstelle kann man nicht planen. Es kann irgendwo zwischen 83 Grad Süd und 83 Grad Nord sein
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:22:14 AM   Joachim Müller-Jung

    Ein tolles Foto von einem holländischen Satellitentracker.... aufgenommen Ende September (@SatTrackCam)

    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:23:09 AM   Werner Hannappel
    Hallo,
    über welches Gesamtgewicht und hauptsächliches Material unterhalten wir uns?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:23:23 AM   Manfred Lindinger
    Ist Goce der feine Strich am Himmel?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:23:24 AM   Prof. Volker Liebig
    Nein, es gibt keinen Treibstoff mehr an Bord und der Antrieb ist auchnur für den Weltraum konzipiert,
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:24:11 AM   Manfred Lindinger
    Also muss man alles dem Zufall überlassen ...
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:25:43 AM   Prof. Volker Liebig
    Die Fachleute schätzen, dass etwa 250 kg in 20-40 Einzelteilen den Boden erreichen. GOCE hat keinerlei gefährliche Materialien an Bord. Also hauptsächlich Metalle, Carbon und Solarzellen
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:26:05 AM   Prof. Volker Liebig
    GOCE ist der feine Strich am Himmel. Eine tolle Aufnahme
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:27:23 AM   Prof. Volker Liebig
    Ja, der Zufall ist immer dabei. Wir haben keine Möglichkeit es genauer vorherzuberechnen.
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:27:49 AM   Manfred Lindinger
    Herr Professor Liebig haben Sie Bilder von der Erde, die aus den Daten von Goce gewonnen wurden?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:29:38 AM   Prof. Volker Liebig

    So sieht das Schwerefeld der Erde aus, das wir mit GOCE aufggenommen haben - das genaueste aller Zeiten

    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:31:03 AM   Manfred Lindinger
    Beeindruckend. Die Erde sieht aus wie eine Kartoffel. Woher kommen die Deformationen?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:31:07 AM   Frank Becht
    Gute Morgen, Herr Liebig. Wie gross wird die Geschwindigkeit der Fragmente sein, wenn sie die Erdoberfläche erreichen?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:31:59 AM   Manfred Lindinger
    Willkommen Herr Brecht!
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:34:50 AM   Prof. Volker Liebig
    Die Schwerkraft hängt von den Massen im Erdinneren ab. Da diese nicht überall gleich ist, kommt es zu sog. Undulationen. Die Grösste "Delle" ist im indischen Ozean, wo man mit einem Schiff durch ein 120 m tiefes Tal fährt, wenn man den Ozean überquert. Die Wasseroberfläche richtet sich nämlich immer senkrecht zum Schwerkraftvektor aus.
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:36:05 AM   Prof. Volker Liebig
    Die Geschwindigkeit der Teile, die ankommen hängt etwas von deren Form ab aber so etwa 200-250 km/h
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:36:11 AM   Manfred Lindinger
    Also je mehr Masse, desto größer ist das Schwerfeld - leuchtet sogar einem Physiker ein :-)!
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:36:30 AM   Prof. Volker Liebig
    Willkommen im Club
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:37:39 AM   Manfred Lindinger
    Sollte man bei dem Tempo der Trümmer nicht lieber doch mit einem Helm rumlaufen - Scherzfrage?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:37:51 AM   Marc Sihling
    Hallo Herr Liebig,
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:37:52 AM   Anonyme Person
    Soweit ich weiß konnte GOCE deutlich länger arbeiten, als dies ursprünglich geplant war, da die Sonnenaktivität unerwartet lange sehr niedrig blieb und so Treibstoff eingespart wurde. In welchem Ausmaß hat denn die nun doch erfolgte Zunahme der Sonnenaktivität den Zeitpunkt des Missionsendes beeinflusst?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:38:15 AM   Prof. Volker Liebig

    Übrigens so sieht GOCE aus

    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:39:53 AM   Vielen Dank für die Antwort...
    Vielen Dank für die Antwort. 250 km/h hört sich jetzt aber nicht gerade bedrohlich an. Soviel hat ja auch ein Teil, das vom Flugzeug abfällt. Warum also die Aufregung um den Deorbit? Noch eine mehr relevante Frage: Wird es eine Nachfolgemission für GOCE geben?
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:40:21 AM   Prof. Volker Liebig
    Ein Helm ist immer gut, hilft auch, wenn Sie mit dem Fahrrad ins Büro fahren. Die Wahrscheinlichkeit von GOCE getroffen zu werden ist allerdings 250000 mal niedriger als im Lotto zu gewinnen.
    Kommentar schreiben ()
  • 10/31/2013 10:40:24 AM   Manfred Lindinger
    Sehr gute Frage! Ein richtig schnittiger Ferrari ... wird Goce nicht auch so genannt?
    Kommentar schreiben ()
Gesponsert von ScribbleLive Content Marketing Software Platform